Igelschlafplatz selbst bauen

Igel sind fleißige Schnecken-Vertilger und damit sich die stacheligen Gesellen auch rundum im Garten wohlfühlen, brauchen sie einen geeigneten Schlafplatz. Am besten ist natürlich ein riesiger Laubhaufen, doch die wenigsten möchten diesen in ihrem Garten haben. Anstelle dessen kann man Igeln auch einen selbstgebauten Schlafplatz anbieten. Hier findet man eine Bauanleitung für eine solche Igelhöhle oder Igelburg. Diese stellt man bestenfalls in einer ruhigen Gartenecke auf, damit der neue Bewohner nicht gestört wird. Wem die Zeit für einen Selbstbau fehlt, der kann solche Igelhäuser auch fertig kaufen.

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[...] ich im Basteleifer und baue mir eine Igelhöhle. Vor einiger Zeit habe ich schon ein post zum Thema Igelschlafplatz geschrieben. Dort findet man auch eine einfache Bauanleitung. Ich selbst baue nun eine aus Holz. [...]

So helfe ich in Not geratenen Igeln !

Der Wildtierfreund

So helfe ich in Not geratenen Igeln:

Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst ist bekannterweise die „Igelzeit“ und viele Menschen helfen den putzigen Gesellen bei Bedarf gerne. Doch hierbei ist einiges zu beachten. Daher hat das Team vom Wildtierfreund durch eigene Erfahrungen und durch den Austausch mit Igelauffangstationen diesen kostenlosen Leitfaden entwickelt.

Im Herbst sehen viele als gravierenstes Hilfemerkmal das zu geringe Körpergewicht von unter rd. 600 gr., bitte bedenken Sie jedoch hierbei, das auch Igel genau wie Menschen unterschiedliche Gewichttypen in ihrer Gattung hervorbringen. Nicht jeder Igel muß 600 gr. oder mehr an Gewicht haben, lediglich vor der Frostperiode, also kurze Zeit vor dem Winterschlaf, muß ein Igel ausreichende Fettreserven haben um nach dem Winterschlaf im Frühjahr kräftig genug zu sein, sonst überlebt er das in der Regel nicht. Ein Untergewicht ist zudem meist durch Krankheiten bedingt, füttern allein hilft hier also nicht weiter!

Igel stehen unter einem besonderen Schutz und dürfen nur in Notfällen in Pflege genommen werden, ein kranker und dann im Regelfall unterernährter Igel bedarf einer sachkundigen tierärztlichen Untersuchung.

Igel stehen nach Bundesnaturschutzgesetz § 43 und dem Tierschutzgesetz § 2 unter Schutz. Hier heißt es: Wer hilfebedürftige Igel vorübergehend aufnimmt und pflegt, muß sich sachkundig machen. Die Tiere müssen per Gesetz angemessen untergebracht werden, richtig gepflegt und ernährt werden!

Die Kosten hierfür halten sich im Rahmen und die meisten Tierärzte sind bereit eine geringe Pauschale mit dem Helfenden zu vereinbaren, denn es geht ja bei der Hilfe letztendlich um die Erhaltung des Gleichgewichtes der Natur und somit um unser aller Wohl.

Sinnvoll kann im Frühjahr das Aufstellen eines Igelfutterhauses sein (nicht zu verwechseln mit einem Igelschlafhaus), durch die gezielte Beifütterung können Sie dem einen oder anderen Igel helfen, gut in die neue Saison zu starten. Die Konstruktion und die Materialauswahl eines solchen Futterhauses ist jedoch wesentlich für einen Fütterungserfolg, da territoriale Verhaltensweisen und das Geruchempfinden der Tiere, ansonsten zur einer Ablehnung der Futterstelle führen würden.

Wie bereits erwähnt, ist bei einem Igelfund zuerst einmal zu unterscheiden zwischen gesund oder krank. Aus dieser Einschätzung resultiert dann ein tierärztlicher Besuch oder der umgehende Wiederaussatz in die freie Natur.

Grundsätzlich gilt für gesunde Igel:

•Die Körperform ist gattungsspezifisch tropfenförmig, also vorne schmal und hinten dicker

•Die Augen sind klar in Form einer Halbkugel und stehen hervor, die Augenfarbe ist im Regelfall schwarz

•Gesunde Igel haben wie man es auch von Hunden kennt, eine feuchte Nase

•Der Igel bewegt sich schnell bei Gefahr oder kugelt sich sofort zusammen

•Das Stachelfell ist bei Gefahr oder Unbefinden hochgestellt

•Der Körper fühlt sich warm an

•Der Kot eines gesunden Igels ist fest und dunkel

Grundsätzlich gilt für kranke Igel:

•Der Igel wird meistens eher apathisch und in Deckung liegend gefunden, ein schneller Fluchtversuch misslingt oder wird erst gar nicht versucht

•Die Körperform ist untypisch, gleicht eher einer Walze, der Hals ist oft erkennbar

•Die Augen sind nicht ganz geöffnet und die Nase untypisch trocken

•Ggf. fühlt sich der Körper kalt an

•Der Igel rollt sich nicht ein oder wenn doch, zu schnell wieder aus

•Der Gang ist unsicher, hierdurch wirken die Tierchen handzahm (Dies ist für gesunde Igel jedoch untypisch)

•Das Stachelfell liegt flach am Körper

• Der Kot ist nicht hart, ggf. schleimig und hat Blutbeimengungen

Ist der Igel unterkühlt, d.h. der Körper fühlt sich kälter an als Ihre normal warme Hand, sollten Sie als Sofortmaßnahme eine Wärmeflasche mit handwarmen Wasser befüllen, hierum ein Frotteehandtuch schlagen und den Igel darauf legen. Die Schlaufe des Handtuchs bitte entfernen, wegen der Verletzungsgefahr!

Sichtbare Außenparasiten, wie Zecken, sollten Sie mit einer Pinzette herausziehen. Flöhe können mit Flohspray (im Tierfachmarkt für Hunde und Katzen erhältlich) abgetötet werden. Achten Sie darauf, das kein Spray ins Gesicht, geschweige in die Augen gerät und verwenden Sie niemals Flohmittel in Pulverform. Bitte achten Sie darauf, das sich über vermeintlich kranke Igel keine Fliegen hermachen, hier schlüpfen bald Maden und fressen am Igel, ein kaum reparabler Schaden! Wenn es schon passiert ist, Fliegeneier und Maden absammeln.

Den Igel auf gar keinen Fall baden!!!

NOCHMALS! Verletzte oder kranke Igel brauchen umgehend fachkundige Hilfe, also ab zum Tierarzt oder in eine der vielen Igelstationen, die man bundesweit finden kann. Weitere Informationen hierzu finden Sie z.B. im Internet unter http://www.pro-igel.de.

Und nicht vergessen, nach dem Anfassen kranker Tier die Hände bitte gründlich zu waschen, da Eitererreger oder gar Salmonellen auftreten können. Aber keine Angst, wie gesagt, normales Händewaschen reicht hier meist aus.

Wenn Sie einen Igel im Haus aufnehmen müssen, benötigt dieser eine Unterkunft von rd. 1,5 qm, ein stabiler oben offener Karton mit ausreichender Höhe ist meist die beste Wahl. Hier drin hat Katzenstreu, Stroh oder Laub nichts zu suchen, besser einfach mit Zeitungen auslegen und ausreichendes geknülltes Papier als Rückzugsort. Dies sollte für´s erst reichen. Auch Einstreu ist völlig ungeeignet, denken Sie daran, Igel können sich nicht putzen und alles setzt sich im Stachelfell fest.

Jetzt brauchen Sie ein Schlafhaus!, (bei einem Igelfund im Herbst) dies muß einen Eingang von mind. 10 x10 cm haben und eine besondere Konstruktion, wie sie von Wildtierprofis angeboten werden. Beim Wildtierfreund erhalten Sie Igelfutterhäuser mit einer Wintersperre, so haben Sie im Frühjahr ein tolles Futterhaus im Garten und in der Winterschlafphase ein perfektes Igelschlafhaus, also keine doppelten Kosten bei einem solchen KOMBIIGELHAUS.

Stellen Sie in das Haus 2 stabile Gefäße für Futter und Wasser, zur einfacherer Reinigung sollte man unter die Gefäße ebenfalls eine Lage Zeitungspapier legen, diese können Sie unkompliziert täglich austauschen. Bitte kontrollieren Sie das Gewicht Ihres Pfleglings regelmäßig, der Igel sollte pro Tag ca. 50 gr. zunehmen. Das Zielgewicht liegt etwa bei 800 Gramm.

Sollten Sie ein verwaistes Igeljunges finden, ist dieses auf die menschlich Hilfe angewiesen. Die Aufzucht ist allerdings sehr schwierig und zeitaufwendig. So benötigt eine Igeljunges in 24 Std. bis zu 10 Gaben spezieller Katzenaufzuchtmilch. Diese Aufgabe gehört in die Hände von Fachleuten, wo wir wieder bei den vielen ehrenamtlichen Auffangstationen wären, die auf kleine Spenden angewiesen sind!

Was kann ich den Igel füttern?:

Eins vorab: niemals Milch geben!, zum trinken immer nur Wasser.

Spezielles Igelnass- oder Trockenfutter wird heute in vielen Tierfachmärkten angeboten und ist auch beim Wildtierfreund erhältlich

Geeignet ist durchaus Katzenfutter aus der Dose oder Katzentrockenfutter, wegen der Verdaulichkeit reichern Sie es bitte mit etwas Maiskeimöl oder auch Kleie an, hierdurch erhält es ausreichende Ballaststoffe, ansonsten wird der Stuhl schnell breiig und übel riechend.

Hühnerfleisch, grob zerkleinert, ebenfalls mit etwas Kleie Im Hühnerfleisch befindliche kleinere Knochen, können Sie dazugeben, dies ist gut für die Zahnpflege

Auch gestocktes Rührei aus der Pfanne in wenig Öl gebraten ist eine gute Abwechslung Rinderhack in Öl gebraten und mit Kleie angereichert (bitte nie rohes Fleisch füttern)

Von Natur aus sind Igel Insektenfresser, also sind Nüsse, Obst & Co. eher ungeeignet.

Hat der Igel bei einem Herbstfund ein Gewicht von rd. 800 gr. erreicht, sollten Sie ihm den Winterschlaf in einem kühlen Raum und in einem geeigneten Schlafhaus ermöglichen. Beim Wildtierfreund erhalten Sie zu den Schlafhäusern geschnipseltes Papier, das sich ideal zur Befüllung eignet, gratis bei jedem Kauf dazu. Vor dem Winterschlaf sollten bereits 1 Woche vorher keine Medikamentengaben mehr erfolgen!

Im Frühjahr muß der gesunde Igel dann wieder umgehend ausgewildert werden, Igel sind keine Haustiere. Gerne können Sie den Igel danach in freier Natur weiterhin Futter anbieten, er wird es Ihnen mit ständigen Besuchen danken.

Eine Igelstation in Ihrer Nähe berät Sie bei weiteren Fragen sicher gerne.

Auch wir stehen für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.

Ihr Wildtierfreund

http://www.Wildtierfreund.de

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2. der unbekannte Kommentar vom 2. März 2011 um 18:15

Hallo Unbekannter,

herzlichen Dank für den tollen Leitfaden! Ich werde diesen nochmal gesondert verlinken, damit der auch gut gefunden wird.

LG Manuela

3. manuela Kommentar vom 3. März 2011 um 15:54

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